Test: 11 Kletterschuhe 2018

Kletterschuh-Test

Kletterschuhe im Test 2018
Foto: klettern.de

11 Kletterschuhe im Test: Vom Hallen- und Einsteigerschuh bis zum Expertenmodell haben wir die neuesten Kletterschuhe ausgecheckt. Vergleichbare Produkte im Test

Kletterschuhe sind das wichtigste Tool für alle Kletterer, egal ob in der Boulderhalle oder in den Alpen. Deshalb testen wir jedes Jahr die neuesten Treter auf ihre Fähigkeiten.

Bouldern boomt

Mehr Kletterhallen, mehr Kletterer, mehr Kletterschuhe: Der Boom des Kletterns drinnen und draußen hat auch zu einem Boom bei den verkauften Kletterschuhen geführt. Und dazu, dass sich das Angebot an Tretern für die Vertikale immer weiter ausdifferenziert.

So sind in diesem Testfeld Hallen- und Risskletterschuhe ebenso vertreten wie Boulderschuhe, Schuhe für kleintrittige Wandklettereien, bequeme Schuhe, extreme Schuhe und sogar – wenn man den Angaben von La Sportiva glauben darf – ein Schuh, der sich besonders fürs Speedklettern eignet.

Kletterschuhe für die unterschiedlichsten Einsatzbereiche

Wer diesen Test studiert, wird feststellen: So richtig neu sind die wenigsten der getesteten Kletterschuhe. Bei vielen handelt es sich um überarbeitete und verbesserte Versionen bereits bekannter Modelle, bei einigen auch nur um spezielle Varianten. So gibt es jetzt von Tenaya den Oasi auch für Menschen mit schlankem Fuß, und La Sportiva hat mit dem Cobra Eco nicht nur einen Speedspezialisten, sondern auch eine besonders umweltschonend hergestellte Version des bekannten Cobra im Programm.

Wirklich neu ist auf jeden Fall der Aspect von Black Diamond, denn die Firma kam erst letztes Jahr mit eigenen Kletterschuhen auf den Markt. Ebenfalls nagelneu ist der Charger von Red Chili. Beides sind auf ihre Weise Spezialisten: der Aspect fürs Rissklettern, der Charger für das Klettern und das Training in der Halle.

Erstaunlich vielfältig ist inzwischen das Angebot an Sohlengummis. War bisher die Firma Vibram der dominierende Lieferant bei den Sohlen, so sind dieses Mal insgesamt acht verschiedene Sohlenvarianten vertreten (von denen nur zwei von Vibram stammen). Der Testzeitraum reichte leider nicht aus, um bei einer derartigen Vielzahl die Gummiqualtitäten fundiert zu vergleichen. Direkt negativ aufgefallen ist uns zumindest keiner, und die Gummis von Vibram und Boreal sind inzwischen ja bekannt und bewährt. Wobei Boreal dem neuen Zenith Pro Ultra die bisher besten Reibungseigenschaften seiner hauseigenen Sohlengummis zuschreibt.

Konstruktionstechnisch gibt es von den getesteten Modellen nur wenig Neues zu berichten. Red Chili zieht den Sohlengummi beim Charger unterm Toepatch durch und schafft so eine extra dicke und abriebfeste Front. Lowa hat eine schicke Schnellschnürung, und bei Black Diamond ist die Schnürung zum Schutz gegen Verschleiß teilweise abgedeckt. Was bei einem Schuh, der im Riss verdreht werden soll, sinnvoll sein kann.

Ansonsten sind 2018 alle Arten von Schuhen vertreten: Slipper mit und ohne Klettverschluss (aka Velcro), Schnürer und solche, bei denen sich die Grenzen allmählich auflösen wie beim Boreal Satori – einem Velcroslipper kombiniert mit einer kurzen Schnürung.

Kletterschuh-Test: Fazit

Wie schon in den letzten Jahren ist das Komfortniveau erfreulich hoch. Selbst enge Schuhe erzeugten keine speziellen Druckstellen, und die Spannung des Gummizugs an der Ferse wird bei allen Modellen recht erträglich auf den Fuß verteilt.

Ansonsten gibt es bei dem breit aufgestellten Testfeld natürlich spürbare Unterschiede in der Performance. Als guten Allrounder mit Öko-Aspekt empfehlen wir den Cobra Eco, als preiswerten Komfort-Allrounder den Strike LU von Ocun. Sehr gehobenes Allrounder-Niveau für unter hundert Euro bietet dann der Phet Maak von Triop.

Im Feld der Highend-Schuhe hat uns der Mago von Scarpa sehr überzeugt, der – obwohl Schnürer und obwohl extrem gebogen – großartige Performance mit überraschendem Komfort verbindet. Ähnliches leistet auch der Oasi LV von Tenaya.