"Let's Get Vertical" - Unvergessliches Klettersteig-Abenteuer in den Dolomiten

Im Süden der Dolomiten erstreckt sich das mächtige Palagebirge. Die Gewinner des diesjährigen Salewa Get Vertical Basecamps verbrachten vier Tage in dieser faszinierenden Berglandschaft. Dank Klettersteigen wie dem Via Ferrata del Porton und dem Via Ferrata del Velo mangelte es nicht an vertikalen Abenteuern.

Salewa Get Vertica 2016 San Martino
Foto: Anton Brey / Salewa

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Wie gigantische Nadeln aus grau-braunem Fels bohren sich die Bergspitzen der Palagruppe durch die Wolkendecke über San Martino di Castrozza. Beängstigend steil und zugleich faszinierend und wunderschön ragen die schroffen Felsen in den Himmel. Kaum zu glauben, dass wir die kommenden Tage in diesen Bergen verbringen werden, die aus dieser Perspektive unbezwingbar scheinen.

Nach und nach trudeln die Teilnehmer des Salewa Get Vertical Basecamps in der gemütlichen Drei-Sterne-Unterkunft in San Martino di Castrozza ein. 19 sind es an der Zahl. Spanien, Italien, Frankreich, Österreich, Deutschland, Schweiz, Tschechien - die Gewinner kommen aus ganz Europa, wobei Anna Korytko und ihr Partner Wojciech Sulewski aus Polen die weiteste Anreise hatten. Knapp 20 Stunden im Auto haben die beiden hinter sich. „Ich bin unglaublich aufgeregt und kann seit einer Woche kaum schlafen,“ antwortet Anna auf die Frage, wie sie sich jetzt fühlt. Denn für die 38-jährige wird das Salewa Get Vertical Basecamp die erste Erfahrung in den Bergen sein. „Ich bin gespannt, was auf mich zukommt“, sagt sie mit einem etwas angespannt wirkendem Lächeln im Gesicht.

Am Tag der Anreise steht um 19 Uhr ein gemeinsames Abendessen auf dem Programm. Hierfür werden wir in ein Restaurant östlich von San Martino gefahren. Es liegt auf einer Lichtung, von der sich uns ein grandioser Blick auf das mächtige Palagebirge eröffnet. Der wolkenbehangene Himmel verwehrt uns allerdings die Sicht auf die Gipfel. Neben der einzigartigen Aussicht werden wir mit kulinarischen Köstlichkeiten der Südtiroler und Trentiner Küche verwöhnt und die Teilnehmer haben erstmals die Chance sich näher kennenzulernen. An diesem Donnerstagabend fallen alle zufrieden und voller Vorfreude auf die nächsten Tage ins Bett.

Salewa Get Vertical Basecamp 2016: Tag 2

Zwar ist die Pala vielmehr wegen ihrer Schönheit als wegen des guten Wetters bekannt, doch wir haben Glück – am nächsten Morgen hat sich der graue Schleier gelichtet und die Sonne strahlt uns entgegen. Der nun uneingeschränkte Blick auf die Pala lässt die Ungeduld auf das bevorstehende Wochenende weiter wachsen. Die Rucksäcke sind gepackt, es kann losgehen.

Unsere Tour startet mit einer bequemen Gondelfahrt. Als wir die Gipfelstation erreichen, ist das Staunen groß: Zu unseren Füßen tut sich eine schier endlos erscheinende Mondlandschaft auf - die Altopiano delle Pale. Eine Hochebene aus reinem Kalkstein, die sich über 50 Quadratkilometer erstreckt. Wie die Zacken einer Krone wird sie von zahlreichen Gipfeln der Pala umgeben. Wir machen uns auf den Weg zum nur 15 Minuten entfernten Cima della Rosetta. Die nahe gelegene Bergstation, macht diesen 2743 Meter hohen Gipfel nicht zum einsamsten Aussichtspunkt, aber die Sicht schmälert das nicht. Zum Greifen nah scheinen der Cimon della Pala und der Cima della Vezzana, der mit seinen 3192 Metern von allen Gipfeln der Palagruppe dem Himmel am nächsten kommt.

Während der gesamten Tour werden wir von fünf erfahrenen Bergführern begleitet. Einer von ihnen weist mit ausgestrecktem Zeigefinger in Richtung Südosten. „Diesen Weg werden wir nehmen,“ sagt er. Er zeigt auf den Passo Val di Roda. Talwärts führende Serpentinen, soweit das Auge reicht, zu viele, um sie zu zählen. Na dann nichts wie los! Auf gleichem Wege geht es wieder abwärts in Richtung Passo Val di Roda. Je weiter wir uns vom Cima della Rosetta entfernen, desto weniger Menschen begegnen uns. Nur kurze Zeit später blicken wir hinab auf den menschenleeren Zickzackweg, der uns unserem heutigen Ziel, der Pradidali Hütte, näherbringen soll. Nach gefühlt 1000 Kehren erreichen wir gegen Mittag eine Grünfläche, die wir für eine Rast nutzen. Sofort fallen uns die vielen weißen Blüten auf. Es ist Edelweiß, der uns in seinem pelzigen Kleid entgegen strahlt.

Salewa Get Vertica 2016 San Martino
Foto: Anton Brey / Salewa Immer wieder begegnen uns die pelzigen Edelweiß-Blüten.

Ein belegtes Brötchen, einen Apfel und einen halben Liter Wasser später, heißt es Sicherheitsausrüstung anlegen, denn es folgt der Passo di Ball, ein versicherter Steig, der aber nur wenig mit einem "echten" Klettersteig zu tun hat. Da es unter den Teilnehmern einige gibt, die keine Klettersteigerfahrung haben, erhalten wir eine rasche Einweisung. Das erste Mal an diesem Wochenende ertönt das typische Klicken und Surren der Karabiner am stramm gespannten Drahtseil. Der gut gesicherte Wanderweg stellt für keinen von uns eine große Schwierigkeit dar. Angesichts des steil abfallenden Geländes zu unserer Rechten, bin ich dennoch froh das Klettersteigset an meinem fest sitzenden Gurt zu wissen.

Nach gut einer Stunde ist unser heutiges Etappenziel bereits in Sicht. Nur noch wenige Kehren und rund 170 Höhenmeter talwärts trennen uns von der Pradidali Hütte. Allerdings werden wir die kommende Nacht nicht in der gemütlichen Schutzhütte verbringen, sondern wie es sich für ein Basecamp gehört, stilecht im Zelt schlafen. Richten wir unseren Blick von der Hütte ein wenig nach links, können wir auch schon mehrere knallgelbe Flecken erspähen. Das muss unser Obdach für die heutige Nacht sein.

Im Laufe des Tages war die Pala ihrem Ruf bezüglich des Wetters wieder gerecht geworden und dicke Wolken und immer wiederkehrender Nebel trüben die Sicht. Als eine der letzten überrascht mich nur kurz vor der Pradidali Hütte ein Regenschauer à la Pala. Als ich fünf Minuten später die trockene Hütte erreiche, bin ich nass bis auf die Haut. Mich der durchgeweichten Klamotten entledigt und in Trockenes gepellt, geselle ich mich zu den anderen, die bereits die hütteneigenen Puzzle- und Kartenspiele für sich entdeckt haben. Der Rest des Abends wird bei einer guten Mahlzeit, Wein und jede Menge Gelächter auf der Pradidali Hütte verbracht. Gegen 22:00 Uhr leert sich die Hütte langsam. Schlafsack und Isomatte liegen am Ausgang bereit. Ausgerüstet mit Stirnlampe schnappen wir uns je ein Set und machen uns auf in das etwa 100 Meter entfernte Basecamp. Zwölf Salewa Kuppelzelte sprießen wie kleine gelbe Pilze aus dem Boden.

Salewa Get Vertical Basecamp 2016: Tag 3

Nur einmal werde ich aus dem Schlaf gerissen, als Regentropfen auf das Zeltdach prasseln. Umso erstaunter bin ich, als ich am Morgen den Zipper meines Zelteingangs öffne: Kein Wölkchen, kein Nebel ist mehr zu sehen. Nur azurblauer Himmel zwischen mächtigen uns umgebenden Felswänden, die steil empor ragen. Cima Canali, Cima Wilma, Torre Pradidali, Sass Maor und Cima di Ball. Sie alle blicken auf uns herab.

Ein schnelles Hütten-Frühstück, dann starten wir zur größten Herausforderung unserer Tour, dem Via Ferrata del Velo sowie dem Via Ferrata del Porton. Der Einstieg in letzteren ist nur etwa 20 Minuten von der Hütte entfernt. Zwei Hürden gilt es bis dorthin allerdings noch zu überwinden. Die erste Schwierigkeit besteht in einem kurzen, aber sehr steilen Abstieg, der kein Problem darstellen würde, bestünde der Untergrund nicht nur aus losem Geröll. In einer großen Gruppe wie wir es sind, besteht hier absolute Steinschlaggefahr und der Helm ist Pflicht. Schritt für Schritt tasten wir uns vorwärts, mit dem Versuch so wenige Felsbrocken wie möglich loszutreten. Heil unten angekommen wartet Hürde Nummer Zwei. Ein etwa 25 Meter breites Altschneefeld liegt vor uns. Nicht nur für mich ist die Überquerung eines solchen eine völlig neue Erfahrung. Unsere Guides, die sich allesamt wie agile Bergziegen über jedes Gelände bewegen, spannen ein Seil von einem zum anderen Ende des Schneefeldes und treten mit festem Stampfen, Spuren in den harten Schnee. Nun konnten wir uns mit den Karabinern unserer Klettersteigsets am Seil befestigen und den Fußspuren im Schnee folgen. Ein mulmiges Gefühl begleitet mich dennoch bei der Überquerung. Ein Fuß vor den anderen und bloß nicht ausrutschen. Geschafft! Nur noch wenige Schritte bis zum Einstieg des Via Ferrata del Porton.

Foto: Anton Brey / Salewa Das Salewa Get Vertical Basecamp war auch für outdoor Onlinerin Saskia Hörmann eine einmalige Erfahrung.

Den Kopf im Nacken, blicken wir nach oben. Dutzende Eisenstufen, begleitet von einem Seil aus Stahl, führen vertikal nach oben. In ständiger Anwesenheit vom Klicken und Surren der Karabiner, kraxeln wir wie kleine bunte Perlen einer Kette einer nach dem anderen nach oben. Die Stimmung ist trotz Anstrengung und Konzentration ausgelassen. Hier und da wird ein Liedchen geträllert und der ein oder andere Jodelversuch ist zu hören. Reibungslos bringen alle Teilnehmer den Via Ferrata del Porton hinter sich.

Während unserer wohlverdienten Pause, haben wir freie Sicht auf die berühmte Schleierkante, die Nordwestkante der Cima della Madonna. Der Via Ferrata del Velo führt meist hinab, doch hat man sich mal an die Abwärtskletterei gewöhnt, ist auch dieser Klettersteig ein Genuss, insbesondere wegen der traumhaften Aussicht, die uns hier stetig geboten wird.

Für die kommende Nacht ist für jeden ein Schlafplatz in der Velo della Madonna Hütte reserviert, die wir schon am frühen Nachmittag erreichen. Am Abend haben wir das Glück, ein ganz besonderes Naturschauspiel beobachten zu können. Den Blick gen Westen gerichtet, im Rücken die mächtige Cima della Madonna, beobachten wir wohl einen der schönsten Sonnenuntergänge. Mystisch legt sich leichter Nebel vor den grellen Feuerball, der mit jeder Minute ein klein wenig mehr hinter den entfernten Gipfeln verschwindet.

Foto: Anton Brey / Salewa Einen Sonnenuntergang, der seinesgleichen sucht, erleben wir auf der Velo della Madonna Hütte.

Salewa Get Vertical 2016: Tag 4

Der letzte Tag des Salewa Get Vertical Adventures ist angebrochen. In aller Frühe um 6:30 Uhr brechen wir auf, um letztendlich ins Tal hinab zu wandern. Wir lassen Sass Maor und Cima della Madonna hinter uns. Nach zwei Tagen Felswüste eröffnet sich uns unterhalb der Baumgrenze eine komplett andere Welt. Dichte Wälder im Wechsel mit weitläufigen Grünflächen und Blüten verschiedenster Art machen diesen Abstieg zu einem Erlebnis. Unser Ziel, das Hotel und Restaurant Cant del Gal erreichen wir noch vor dem Mittag.

Die Sonne brennt auf uns nieder als wir unsere Schuhe abstreifen und uns in die Liegestühle fläzen, die vor dem Restaurant stehen. Vor wenigen Tagen einander fremd, sitzen heute Menschen zusammen, die einander kennengelernt haben. Menschen, die durch ein gemeinsames Erfolgserlebnis auf unglaubliche Weise zusammengewachsen sind. „Das besondere an diesem Wochenende waren doch diese magischen Momente, wie man sie nur in den Bergen erlebt“, schwärmt der 22-jährige Viktor aus der Schweiz unter Zustimmung der anderen. Auch Anna ist die Begeisterung trotz aller Müdigkeit ins Gesicht geschrieben. „Das war meine bislang größte Herausforderung und ich bin stolz, es geschafft zu haben. Es war das beste Wochenende meines Lebens! Danke Salewa!“ sagt sie strahlend. „Hierfür hätten sich sogar 30 Stunden Anfahrt gelohnt,“ fügt ihr Partner Wojciech hinzu. Die beiden möchten nun häufiger Ausflüge in die Berge unternehmen. An der passenden Ausrüstung, die auch Teil des Salewa Get Vertical Gewinns ist, sollte es nicht scheitern.

Nach dem schmackhaften Mittagessen geht es noch zum BMW Testdrive. Das Salewa Get Vertical Basecamp findet in Kooperation mit dem Autohersteller BMW statt. Zum krönenden Abschluss dürfen die Teilnehmer den BMW 2er Active Tourer probefahren. Die kurvigen Straßen zurück nach San Martino di Castrozza sind für diesen Zweck bestens geeignet.

Hier nimmt die Salewa Get Vertical Erfahrung ein Ende - ein perfekt organisiertes Wochenende in einer traumhaften Kulisse, mit außergewöhnlichen Menschen.

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