Erstbegehung von David Lama: Sagzahn-Verschneidung (M6/A2)

David Lama Sagzahn Verschneidung Erstbegehung Valsertal
Foto: Jakob Schweighofer

Nach mehreren Anläufen in den letzten fünf Jahren gelang David Lama nun die Erstbegehung der anspruchsvollen 'Sagzahn-Verschneidung' im Valsertal.

Dem österreichischen Kletterer David Lama (27) gelang im Januar die Erstbegehung der Sagzahn-Verschneidung im Tiroler Valsertal.

Über fünf Jahre verteilt hatte David Lama drei mal erfolglos versucht, die Sagzahn-Verschneidung zu klettern. Mal wurde es dunkel, just als er die größten Schwierigkeiten hinter sich hatte, mal bekam sein Seilpartner Eisschlag ab. Beim ersten Mal war es noch an der schwierigen Kletterei gescheitert, die er unterschätzt hatte. Doch diesmal war er gut vorbereitet.

David Lama: Sagwand-Verschneidung

Here’s some video footage of one of the crux pitches of our new route “Sagwand Verschneidung”. Enjoy the chossy ride! ••• @redbull @thenorthface @goretexeu @lasportivagram @gloryfy @kaestleski @leki.ski.outdoor

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Im Januar zeichneten sich ideale äußere Verhältnisse ab und er unternahm gemeinsam mit dem Osttiroler Peter Mühlburger einen erneuten Versuch. Nach sechs Seillängen mit anspruchsvollen Passagen im kombinierten Gelände aus Eis und Fels, die oft technische Kletterei erforderten, hatten beide den steilsten Bereich der Wand absolviert. "Die Sagzahn-Verschneidung zählt zu den schwierigsten Linien, die ich bislang im Valsertal geklettert bin", sagte David Lama, der sich mit Mühlburger auf eine Bewertung der Route von M6/A2 einigte.

Für Lama hat die Sagzahn-Verschneidung vor allem einen persönlichen Stellenwert: "Ich habe sie so lange angeschaut, habe mehrere Versuche gebraucht, und ich habe sie jedes Mal aufs Neue unterschätzt. Nun ist die Erstbegehung endlich fertig."

Mehr unter www.david-lama.com



Älterer Beitrag: Erstbegehung von Lama & Verhoeven an der Sagwand

Dieser Beitrag ist erstmals im September 2008 auf www.klettern.de erschienen

Foto: Archiv Lama
David Lama am Ausstieg der "Desperation of the Northface".

Die Sportklettergrößen David Lama und Jorg Verhoeven haben in den Zillertaler Alpen an der Nordwand der Sagwandspitze Desperation of the Northface (7b) erstbegangen.

Der Österreicher David Lama (18) und der Niederländer Jorg Verhoeven (23) haben am 21. August ihre neue Route Desperation of the Northface (7b) beendet. Schon Anfang August richteten sie die ersten acht Seillängen ein, mussten aber dann wegen schlechten Wetters den Rückzug antreten. Nun brachten sie ihre 820 Meter lange Route durch die Sagwand (3227 Meter) nach 13 Stunden Klettern zu Ende.

Lama und Verhoeven bewegten sich in alpinem Granit mit Schwierigkeiten bis 7b. Die Route haben sie in erster Linie selbst mit Keilen und Klemmgeräten abgesichert. Bohrhaken haben sie nur an den Standplätzen gesetzt, um sicher abseilen zu können. Außerdem, so Lama, hätten sie viele Normalhaken verwendet, um das Finden der Linie zu vereinfachen. Trotzdem seien einige Run-outs in der Route.

Foto: Archiv Lama
Jorg Verhoeven klettert an nicht immmer ganz festen Schuppen.

Details

Desperation of the Northface an der Sagwand (3227m) Zillertaler Alpen, Österreich

Länge: 820m, 17 Seillängen
Bewertungsvorschlag: 7b
Material: 1 Set Friends, 1 Set Keile, kleines Set Normalhaken
Anfahrt: Die Sagwand liegt an der österreichisch-italienischen Grenze in der Nähe von Innsbruck. Von der Autobahn Richtung Brenner die Ausfahrt Nr. 33 Richtung Grieß am Brenner nehmen. Dort hindurch, dann in Stafflach weiter Richtung St. Jodok/Vals. Beim Gasthaus Touristenrast parken und zu Fuß weiter (3 Stunden).

Zustieg: Von der Geraer Hütte (2324m) zur sichtbaren Sagwand laufen. Das Schneefeld links bis zum Ende der Wand hoch, Steigeisen könnten für den letzten Teil sinnvoll sein. Achtung vor Steinschlag.

Abstieg: Über die Route abseilen.

Sonstiges: Einige Passagen, darunter auch 6c und 7a-Längen, weisen größere Hakenabstände auf. Wiederholer sollten Schwierigkeiten von 7b sicher klettern können. Wegen schmelzenden Schnees vom 3250 Meter hohen Gipfel besteht in der Route erhöhte Steinschlaggefahr. Zusätzlich verläuft die Route über einige große angelehnte bzw. hohlklingende Schuppen. Die Erstbegeher weisen auf die Ernsthaftigkeit der Route hin.