Alpinklettern Schweiz

MSL-Klettern in der Schweiz: Tourentipps

Alpinklettern in der Schweiz: Routen-Tipps von Marcel Dettling
Foto: Marcel Dettling

Gut abgesicherte MSL-Routen im besten Fels? Das ist die Spezialität des Routen-Erschließers Marcel Dettling. 5 Routen-Empfehlungen vom Alpin-Experten.

Plaisir-MSL – Tipps gefällig? Schöne Alpinrouten, bei denen man sich nicht fürchten muss? Gut erreichbar, gut zu klettern, gut abgesichert? Der Schweizer Marcel Dettling hat sich mit Leib und Seele dem alpinen Sportklettern verschrieben. Und dabei seine Heimat um etliche sehr schöne und gut eingerichtete Kletterschmankerl bereichert. Hier gibt er 5 Routen-Empfehlungen – samt Entstehungsgeschichte.

Foto: Marcel Dettling
Natur-Erlebnis beim Alpinklettern im Schweizer Premium-Fels.

Wie wird man eigentlich Routenerschließer?

In meinem Fall ist das eine lange Geschichte. Begonnen hat sie, als ich noch keine zehn Jahre alt war, lange bevor ich wusste, was ein Klettergurt, ein Bohrhaken oder ein Topo ist. Ich trieb mich damals oft mit Schulfreunden in den Wäldern meiner näheren Umgebung herum. Holzhütten bauen, Abenteuer erleben und neue Wege entdecken. In diesen Wäldern gab es zwar keinen soliden Fels, aber einige eindrückliche Abhänge aus unglaublich bröckligem Konglomerat. Genau da war es, als wir Pläne zu schmieden begannen, wo wir als nächstes hochsteigen könnten, in Gelände wo „bestimmt noch kein Mensch je durchgestiegen war“. Ebenso begannen wir ganz natürlich, über unsere Eroberungen Buch zu führen – oder nach modernem Verständnis so etwas wie Topos zu zeichnen. Beinahe 40 Jahre später ist daraus eine Passion für das Einrichten von Mehrseillängen-Touren in alpinen Wänden geworden.

Nachdem die Zeiten von Eroberung und Sturm und Drang in den Alpen der Vergangenheit angehören, liegt der Fokus meiner Erschließungen heute bei einem genussvollen Klettererlebnis. So versuche ich in aller Regel, eine Linie mit homogenen Schwierigkeiten zu finden, welche unter dem Aspekt der klettersportlichen Bewegung möglichst lohnend ist und den Genuss in schönem Fels maximiert. Ebenfalls wichtig ist mir eine gute Ausrüstung der Routen: solides, qualitativ hochwertiges Material, durchdachte Platzierung der Sicherungspunkte mit an die Schwierigkeiten und Umgebung angepassten Hakenabständen. Kopf und Kragen soll wirklich niemand riskieren müssen, und ein Fokus auf möglichst hohe psychische Anforderung ist mir komplett fremd – Plaisir eben.

Trotzdem besteht in all meinen Routen ein Unterschied zwischen Vor- und Nachstieg, ein gewisses Mindestkönnen bleibt für einen erfolgreichen Durchstieg notwendig. Dies möglichst unabhängig vom Schwierigkeitsgrad der Route – ich versuche meinen Stil im fünften wie im achten Grad konsequent durchzuziehen.

Foto: Marcel Dettling
Tiefblick am Bockmattli: Im 'Prachtsexemplar' kommen auch stärkere Kletterer auf ihre Kosten.

Alpine MSL am Bockmattli

Zum Bockmattli habe ich eine spezielle Beziehung. Mein Großvater wurde im Wägital geboren und durch den Bau des Stausees aus dem angestammten Heim vertrieben, so dass er schließlich als Bergbauer unterhalb vom Bockmattli aufwuchs – dies noch bevor an den Türmen geklettert wurde. Zudem stehen die Bockmattlitürme, von meinem Wohnort beim Zürichsee gesehen, regelmäßig als leuchtende Flammen am nachmittäglichen Alpenpanorama, symbolisch für Reiz und Ruf des alpinen Kletterns.

Freetrip, Supertramp – wer kennt sie nicht, die Klassiker der ersten Freiklettergeneration? Nach einer ersten Erschließungswelle in den frühen 1980er-Jahren wurden am Bockmattli nicht mehr viele Routen eröffnet. So war die attraktive Linie in der Nordwand des Kleinen Turm noch zu haben, obwohl sie einem beim Weg an die Türme beinahe vor die Füße fällt. Nach einigen herausfordernden Bohrtagen war es soweit: Das Prachtsexemplar (7a, 7 SL) war geboren, mit vielen abwechslungsreichen Moves an technischer Wand, steilen Verschneidungen und henkligen Überhängen. Das Fazit des bekannten Eiskletterpioniers Urs Odermatt auf gipfelbuch.ch: „Tatsächlich etwas vom Feinsten, was es in der Schweiz zu klettern gibt. Durchgehend guter bis ausgezeichneter Fels. Gut gebohrt, aber nicht übersichert, und eine moderne, dabei nicht gekünstelte Linienführung“.

Geschmeichelt nimmt’s die Erstbegeherseele zur Kenntnis, froh darum, dass der Routenname offenbar nicht mit einem Anflug von Sarkasmus interpretiert wird. Er bezieht sich nämlich auf die charakteristische Schlüsselstelle – wer einmal da war, merkt sofort warum!

Schafbergplatte: super Reibungswerte

Die markante Plattenwand oberhalb von Wildhaus stand ebenfalls schon in den 1980er-Jahren im Fokus der frühen Freiklettergeneration. Die damalige Szene maß sich an immer wilderen Routen und größer werdenden Runouts. Für Normalkletterer war das nichts, und so gerieten diese Routen mit dem Aufkommen der Plaisirkletterei ins Abseits. Dabei sind die Vorzüge der Schafbergwand offensichtlich: Mit dem Einstieg auf nur 1500 Meter Höhe sowie der überaus sonnigen und windgeschützten Lage handelt es sich um ein hervorragendes Ziel für die Vor- und Nachsaison. Spätestens im April geht’s hier los, meist kann bis spät im November oder gar Dezember geklettert werden. Dies an hervorragendem Plattenkalk mit vorzüglichen Reibungswerten, ganz ähnlich wie an den Rätikonwänden.
Da hier bereits in den 1980er-Jahren ein dichtes Routennetz gelegt wurde, erkannte ich das Potenzial einer lohnenden Neutour erst nach einiger Zeit. Mit der XL (6c+, 6 SL) ist dies schlussendlich gelungen, wobei deren Fertigstellung genau auf meinen 40. Geburtstag fiel, daher auch der Name. Unabhängig von Körpergröße oder Alter lässt sich hier ein genussvoller Tag an der Sonne genießen. O-Ton von Markus Grabher auf seinem Blog: „Die Tour ist wirklich von unten bis oben super schön und empfehlenswert. Die Bewertung ist alpsteinmäßig etwas hart, die Haken sind optimal platziert, aber man muss auch etwas wegklettern. Mindestens 6b sollte man auch zwischen den Haken sauber steigen können. Die Schwierigkeiten sind immer recht anhaltend und zwei der Längen sind sogar 45 und 50 m lang. Man kann sich also schon eine Weile beschäftigen“.

Foto: Marcel Dettling
Platte, Dach, Platte: Die 'XL' in der Schafberg Südwand bietet abwechslungsreiche Kletterei.

Wendenstöcke: Abenteuer „light“

Die Wendenstöcke als Klettergebiet noch näher vorzustellen, dürfte überflüssig sein. Steil, schwierig, psychisch anspruchsvoll, das sind die treffenden Attribute. Trotzdem, auch mich haben der tolle Fels und das einmalige Ambiente in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder dorthin gezogen. Vor, während und nach jedem Besuch habe ich mir gewünscht, auch hier eine Route einzurichten. Doch was, wie und wo? Viele der guten Linien schienen bereits besetzt, übrig blieb vermeintlich weniger Attraktives oder dann sehr schwieriger Fels. Bis ich schließlich beim x-ten Besuch die zündende Idee hatte. Links am Reissend Nollen: moderate Schwierigkeit, weniger ernsthafter Zugang – sozusagen ein Wenden-Abenteuer „light“, ideal um das Gebiet kennenzulernen. Wie immer, wenn die Idee geboren war, gab es kein Halten. Bei der nächsten Gelegenheit war ich mit dem Bohrer vor Ort.

So entstanden schließlich die neun Seillängen der Zambo (6b+). Auch wenn die Route mit einer Blauen Lagune oder Caminando natürlich nicht mithalten kann, so ist es doch eine genüssliche Plattenkletterei und für die Zielgruppe ein sehr lohnendes Unternehmen. Die Anforderungen nehmen nach oben zu, wobei die Hauptschwierigkeiten in drei boulderig-kniffligen Passagen bestehen. Kurt Winkler, Urgestein der Schweizer Alpinkletterszene, schrieb mir nach einer Wiederholung: „Eine richtig schöne Route in durchwegs sehr gutem Fels, dazu eine gute Linie und das Privileg, ohne den üblichen Wendenbammel steigen zu dürfen“. Das weckt den Erstbegeher-Hunger auf mehr. Ob sich irgendwo in den vielen Kilometern der Wendenstock-Kette noch eine gute Möglichkeit bietet? Die Zeit wird es zeigen.

Foto: Marcel Dettling
Mit einfachem Zu- und Abstieg lädt die 'Zambo' zu einem eher gemütlichen Klettertag an den Wendenstöcken.

Rätikon: für die ganze Familie

Das Rätikon befindet sich ganz oben auf der Liste meiner Lieblingsgebiete. Die Schönheit der Landschaft, die Weite, die Ruhe und der vorzügliche Kalk bringen mich immer wieder dahin. Auch zum Einrichten von zwei eher anspruchsvollen Routen (Prix Garantie und Kamala) an den Kirchlispitzen, die in diesem Artikel nicht näher vorgestellt werden. Einige Kilometer weiter östlich im Raum Partnun wurde ich hingegen mit und für die Familie aktiv. Die existierenden Touren in den unteren Graden schienen einfach zu waghalsig, wenn’s darum ging, Kinder oder weniger versierte Kletterer ohne ungebührliches Risiko vorsteigen zu lassen. Was lag näher, als zum Einrichten gleich die ganze Familie mitzunehmen?

Das klingt exotisch. Doch ich wollte meinen Kindern die Passion fürs Bohren vermitteln. Mit wichtigen Arbeiten betraut, wurde diese sehr positiv aufgenommen. Da galt es, beim Tragen vom Material mitzuhelfen (wobei Papa natürlich mit bestem Beispiel voranging), bei der Sicherungsarbeit, dem Aussuchen des Routennamens oder beim Ansetzen des Bohrers. Nicht umsonst haben wir nach der Sunshine Reggae (5b, 3 SL) an der Gamstrittplatte mit einer zweiten Route am Seeflüeli – Geisterbahn (5a+, 5 SL) – nachgelegt. Bei letzterer handelt es sich um die Mehrseillängen-Tour mit dem kürzesten Zustieg im Raum Partnun, dank den bequemen Standplätzen und der Übersichtlichkeit ein ideales Ziel für Alpin-Einsteiger. In der Vorstellung unserer Kinder dient sie nun als Mehrseillängen-Einführungstour für Schulkameraden, Verwandte und sogar die Oma – keiner zu klein, ein Rätikonkletterer zu sein.

Foto: Marcel Dettling
Plaisir im Rätikon: Bei der guten Absicherung muss sich in der 'Geisterbahn' niemand fürchten.

Rätikon: Seeflüeli - Südwestwand

Foto: Marcel Dettling

Geisterbahn (5a+, 5 SL, 150 m)

Charakter: Bestens abgesicherte Plaisirkletterei in landschaftlich sehr schönem Ambiente am Partnunsee und mit kurzem Zustieg. Die Route wurde so eingerichtet, dass sich Kinder oder wenig versierte Kletterer an den Vorstieg wagen können. Dank den überschaubaren Seillängen, den bequemen Standplätzen und dem problemlosen Fußabstieg können hier auch Einsteiger besten Rätikonfels in der Sonne genießen.

Absicherung: Die Route ist mit rostfreiem Material sehr gut eingerichtet. Herzlichen Dank an Bächli Bergsport, welcher das Material zur Verfügung gestellt hat!

Material: 50-m-Seil, 10 Express-Schlingen. Mobile Sicherungsmittel sind nicht nötig und kaum einsetzbar.

Zugang: Von St. Antönien zum P6 bei Äbi (1620 m, 6 CHF/Tag, Münzen bereithalten) und nach Partnun zum Berggasthaus Alpenrösli. Von dort weiter zum Partnunsee und dem Wanderweg entlang ins Tal hinein. Unter den Wänden des Chli Venedig quert man auf ca. 1960 m in ein paar Minuten weglos zum bereits gut sichtbaren Einstieg. Tipp: Es ist bequemer, auf dem Wanderweg aufzusteigen, bis man schließlich nahezu horizontal den Einstieg erreicht. Zeit: ca. 40 Minuten ab Partnun (230 Hm), ca. 60 Minuten ab Äbi (350 Hm).

Abstieg: Vom Ausstieg hält man sich wenig aufsteigend nach links (Norden, Steinmann) und quert dann horizontal ca. 200 m zum markierten Wanderweg, über welchen man in wenigen Minuten den Abzweig auf 1960 m erreicht. Von dort wie im Zustieg retour nach Partnun Äbi. Ein Abseilen über die Route ist mit 1x50-m-Seil möglich (Kettenstände vorhanden), aber zu Fuß geht es bequemer und schneller.

Beste Jahreszeit: Ab Anfang Juni bis zum Einschneien (meist bis Ende Oktober oder in den November hinein möglich).
Bus alpin nach Partnun: Um 9.00 und 10.00 Uhr fährt ein Bus von St. Antönien nach Partnun und erspart einem so einen Teil vom Zustieg (zu beiden Rätikon-Routen). Der Bus verkehrt im Juli und August täglich, danach nur noch am Wochenende. Für den Rückweg können Tretroller benutzt werden (5 CHF/Person). Das gehört zum Kletterspaß dazu!

Rätikon: Sulzfluh/Gamstrittplatte

Foto: Marcel Dettling

Sunshine Reggae (5b, 3 SL, 100 m)

Charakter: Hübsche Plaisirkletterei mit einem Schuss alpinem Ambiente, in atemberaubender Berglandschaft gelegen. Die Route ist sehr gut mit Bohrhaken abgesichert und führt über besten, rauen Rätikonfels mit Wasserrillen und griffigen Wandstellen zwischen den älteren Routen Touristenweg (li.) und Rägatanz (re.).

Material: 12 Express-Schlingen, mobile Sicherungen sind keine zu platzieren. Mit einem 60-m-Einfachseil kann direkt über die Route abgeseilt werden.

Zugang: Wie bei der Geisterbahn zum P6 bei Äbi, weiter zum Berggasthaus Alpenrösli und nun a) etwas direkter dem offiziellen Wanderweg zur Sulzfluh folgen oder b) landschaftlich schöner zum Partnunsee und an dessen Ende auf guter Wegspur links hinauf zum Einstieg auf ca. 2170 m. Der Routenname ist angeschrieben und anhand der goldgelben Fixé-Plättli gut identifizierbar. Zeit: ca. 60 Minuten.

Abstieg: Abseilen über die Route. Es kann auch (wenig empfehlenswert) zu Fuß abgestiegen werden, indem durch exponiertes Schrofengelände ins Gamstobel zum Sulzfluhweg gequert wird. Die Route ist mit Kettenständen zum Abseilen ausgerüstet, die Abseilstrecken betragen 3 x 30m.

Bockmattli: Kleiner Turm - Nordwand

Foto: Marcel Dettling

Prachtsexemplar (7a, 6b obl., 7 SL, 240 m)

Charakter: Es handelt sich um eine eindrückliche Linie mit sehr schöner Kletterei in perfektem, weitgehend grasfreiem Bockmattlifels. Von Wandkletterei an Schüpplein und Henkeln über technische Stellen und Verschneidungen bis hin zu athletischer Ausdauerkletterei wird alles geboten.

Absicherung: Die Route ist mit 48 Zwischen- und 12 Stand-Bohrhaken komplett und bestens eingerichtet; es steckt ausschließlich rostfreies Material.

Material: 50-m-Seil, 10 Express-Schlingen. Kleine Cams (BD Camalots 0.3-0.75) oder entsprechende Keile sind hin und wieder einsetzbar, aber nicht zwingend nötig.

Zugang: Vom Wägitalersee zur Schwarzenegg und zum Bockmattli (50 bis 70 Min.). Der Einstieg befindet bei der Wasserfassungs-Dole direkt unter der Westkante des Kleinen Turms auf ca. 1500 m und ist identisch zu dessen Alter Nordwand. Man kraxelt 20 m über einfaches Grasgelände zu einer Föhre (Stand), wo es dann richtig losgeht.

Abstieg: Die Route endet auf der markanten Westschulter des kleinen Turms. Vom Ausstieg entweder zu Fuß durch die kleine Chälen (T5, 15 Minuten) oder bequemer, 5 x über die Route abseilen.

Weiteres: Die Sonne scheint im Sommer ab etwa 14.30 Uhr in die Wand. Ein schönes Erlebnis ist eine Begehung in den sonnigen Abendstunden. An schwülheißen oder gewittrigen Tagen hat sie tageszeitlich früher großen Reiz, zumal auch ein rascher Rückzug möglich ist. Nach intensiven Niederschlägen wartet man besser einen trockenen Tag ab. Grundsätzlich handelt es sich aber um eine der am schnellsten trocknenden Bockmattlirouten.

Alpstein: Wildhauser Schafberg - Südwand

Foto: Marcel Dettling

XL (6c+, 6b obl., 6 SL, 240 m)

Charakter: Die Schafbergwand thront mit ihrer markanten, dreiecksförmigen Kalkplatte über Wildhaus im oberen Toggenburg. Sie bietet hervorragenden, rauen Fels mit bester Reibung und vom Wasser modellierter Struktur. In voralpiner, lieblicher und wenig ernsthafter Umgebung lässt es sich hier schon früh und bis spät in der Saison formidabel klettern. Die XL bietet abwechslungsreiche alpine Sportkletterei über Steilplatten, Wasserrillen und einige Dächlein. Der Fels ist generell hervorragend und rau, einige Grasbüschel und Bänder stören den Genuss kaum.

Absicherung: Die Route ist bestens mit rostfreiem Material abgesichert. Dennoch wollen einige Plattenmoves auch zwischen den Haken geklettert sein.

Material: 12 Express-Schlingen, 1 SU-Schlinge, 2 x 50-m-Seile. Mobile Sicherungsgeräte sind kaum nötig. In L1 kann ein etwas weiterer Abstand mit einem Keil oder Cam 0.3 bis 0.5 entschärft werden.

Zugang: Von Wildhaus nach Gamplüt (auch per Seilbahn möglich, jedoch keine Zeitersparnis). Ab dort zur Alp Fros und hinauf unter die zentrale Schafbergwand. Von dort quert man auf schmalem Pfad dem Wandfuß entlang nach rechts und steigt zuletzt über ein schmales, exponiertes Band (II) zum Einstieg hinauf. Zeitbedarf: 60 bis 75 Minuten.

Abstieg: Mittels Abseilen über die Route. Alle Stände sind zum Abseilen eingerichtet. Wenn man sich etwas nach Westen gegen die Langstraße hält, lässt sich vom 2. Stand fester Boden erreichen.

Verhältnisse: Der ganze Sektor stellt ein ideales Ziel fürs Frühjahr und den Herbst dar, man klettert hier meist bis in den November/Dezember hinein, bei
idealen Bedingungen im Winter. Die Wand ist nach Südsüdost ausgerichtet, die Sonne bescheint sie von frühmorgens bis ca. 15.00 oder 16.00 Uhr.

Wendenstöcke: Reissend Nollen - Vorbau

Foto: Marcel Dettling

Zambo (6b+, 6a obl., 9 SL, 305 m)

Charakter: Auf den Namen Spasspartout wurde der zugänglichste Sektor am Vorbau des Reissend Nollen getauft. Hier findet man Klettervergnügen auf der ganzen Linie! Auch Zambo/ bietet genussreiche Wenden-Kletterei in meist sehr gutem, rauem Fels in wenig ernsthaftem Ambiente. Die eher plattige, technisch fordernde Kletterei spielt sich homogen in Schwierigkeiten um 6a/6a+ ab. Drei kurze, knifflige Stellen geben der Route zusätzliche Würze. Zambo ist etwas schwieriger als Spasspartout//.

Absicherung: Die Route ist mit 62 Bohrhaken und ein paar Sanduhren vollständig und gut abgesichert. Material: 10 Express-Schlingen, 2 x 50-m-Seile. Mobile Sicherungsgeräte sind nicht nötig und höchstens punktuell einsetzbar (ggf. BD Camalots 0.3 bis 0.5).

Zugang: Von der Wendenalp (P.1606) dem Hang entlang nach Nordosten in Richtung Reissend Nollen gehen. Vor der Querung des Bachs (oder Schneefelds) bei Chalchsiten führt ein schmaler Pfad zum Biwak oberhalb von Wyssi Balm. Die Biwakhöhle links liegen lassend, steigt man diagonal nach links über die gestuften Felsen zu bequemem Band am Einstieg der Vorbau-Felsen. Der Einstieg befindet sich 15 m links von Spasspartout (BH, Name eingemeißelt) bei einer SU-Schlinge und Aufschrift. Zeit: ca. 60 min.

Abstieg: Im oberen Teil mittels Abseilen über die Route, unterhalb vom Band benützt man bequemer die ideal in 50-m-Abständen gelegenen Stände der Nachbarroute Spasspartout. Ein Abseilen komplett über Zambo ist jederzeit und problemlos möglich, jedoch aktuell nur teilweise eingerichtet.

Verhältnisse: Optimale Verhältnisse trifft man meist von Sommer bis Spätherbst. Die Wand ist nach Süden ausgerichtet, die Sonne scheint von ca. 8 bis 17 Uhr. Vorsicht vor Gewitter und Starkregen!

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