Schlechter klettern

Wie man ein schlechter Kletterer wird

Tipps schlechter klettern
Foto: Ralph Stöhr

Während sich viele Menschen mit der Frage beschäftigen, wie man besser klettern lernt, wird oft vernachlässigt, was man tun muss, um schlecht zu klettern. Hier steht, wie's geht.

Gut klettern tun ja viele Menschen. Darüber und wie man noch besser klettert wurden auch schon viele Artikel geschrieben. Zeit dafür, dass sich mal jemand mit dem offensichtlichen Gegenteil beschäftigt. Oder wusstest du vielleicht, wie man ein schlechterer Kletterer wird?

Ganz ehrlich, ich wusste es auch nicht genau. Bis ich mal genau hingesehen habe. Und in der Kletterwelt Recherchen angestellt habe. Ziemlich wichtig scheint mir auch ein vielleicht selbstverständlicher, aber doch erwähnenswerter Rückschluss zu sein: Es heißt nämlich oft, dass der beste Kletterer derjenige sei, der am meisten Spaß habe.

Das Zitat wird meist Alex Lowe zugeschrieben und das sieht dann ungefähr so aus:

The best climber in the world is the one having the most fun!

Der erste Schritt: Keinen Spaß haben!

Der erste Schritt zum schlechter klettern ist also klar: keinen Spaß mehr haben. Am besten geht das, wenn man vor allem die negativen Seiten am Klettern beachtet. Also zum Beispiel die Schmerzen, die Hände und Füße erleiden müssen. Wichtig ist auch, sich selbst mit besseren Kletterern zu vergleichen, damit man sich mal wieder vor Augen führt, wie schlecht man eigentlich selbst klettert. Auf keinen Fall darf man sich über Erfolge freuen, es ist wirklich wichtig, alles sehr ernst zu nehmen und überall noch etwas Negatives zu finden. Das dann am besten möglichst laut und breit der Welt mitteilen. Vielleicht lässt sich so der ein oder andere Boulderkumpel auch noch zum schlechten Kletterer machen.

Der zweite Schritt: Höchstens einmal probieren!

Beim Bouldern und Klettern verbessern wir uns auch über wiederholtes Ausprobieren, bei dem der Körper Bewegungsabläufe immer weiter optimieren kann. Diesen "Feinschliff" sollte man sich also sparen, wenn man schlechter klettern will. Also: Bloß nicht vorher überlegen, wie eine Kletterstelle gehen könnte, am besten einfach ungeplant loslegen. Und falls man die Stelle nicht schafft, bloß nicht noch einmal probieren, sondern einfach weitergehen, und lieber eine andere Route oder einen anderen Boulder versuchen.

Der dritte Schritt: Keine Experimente!

Wenn man dann doch mehrmals probieren muss, um eine gewisse Kombination an Griffen aneinander zu hängen, bitte nicht verschiedene Möglichkeiten ausprobieren! Am besten immer stur das gleiche machen, was auch vorher nicht geklappt hat.

Der vierte Schritt: Keine Tipps annehmen!

Manchmal bouldert man mit anderen zusammen, die vielleicht erkennen, was zu tun ist oder was man auch noch ausprobieren könnte. Da sollte man sich von niemandem reinreden lassen oder gar Tipps annehmen. Sonst könnte es passieren, dass man am Ende doch noch die Stelle klettert.

Der fünfte Schritt: bloß kein Ehrgeiz!

Wenn man mit viel Motivation und Einsatz klettert, kann man viel mehr Kraft mobilisieren. Am besten also Gleichgültigkeit oder Unlust an den Tag legen und sich keine Mühe geben. Wenn man gar nicht wirklich will, fällt der Misserfolg doch leichter.

Der sechste Schritt: Nicht zu oft klettern!

Wenn man sich nur selten mit dem Bouldern oder Klettern beschäftigt, ist es viel leichter, sein unterirdisches Niveau zu halten. Erstens vergisst man viele gelernte Dinge besser, und zweitens kann bei ausreichender Pause auch kein Trainingseffekt eintreten. Perfekt!

Der wichtigste Schritt: Kraft trainieren!

Dieses Herumprobieren mit den verschiedenen Körperteilen ist doch lästig. Am besten vergisst man die Beinarbeit, da hält man sich ja nur auf. Viel wichtiger ist, viele Klimmzüge zu können, und einen dicken Bizeps zu bekommen. Das ist ein Zweck in sich selbst und mit zuviel Kraft muss man sich mit dem dämlichen Stehen auch nicht mehr aufhalten.

Bonus-Tipp: Keine Systematik!

Seine Schwächen sollte man tunlichst nicht trainieren. Was man nicht kann, kann man nicht, und das ist auch gut so! Also lieber nur das machen, was man sowieso schon kann, und lieber dabei ein schlechtes Bild abgeben.

Bestimmt gibt es noch weitere hilfreiche Methoden, wie man schlechter wird beim Klettern. Wir freuen uns auf eure Tipps, packt sie ins Kommentarfeld!


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